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Antworten für Hessens Lehrkräfte

Schulen brauchen Luftfilter-Anlagen – der dlh Kassel kam in der HNA zu Wort

Der dlh-Kreisverband hat deutlich gemacht, dass Luftfilter für Schulen ein wichtiger Bestandteil eines effektiven Schutzes vor höheren Infektionszahlen in den kalten Monaten sind.

In der HNA wurde das Thema „Luftfilter in Klassenräumen“ am vergangenen Samstag angesprochen.

Lesen Sie hier, was der dlh-Kreisvorsitzende Boris Krüger dazu zu sagen hatte:

         

Wir sind da für eure Bildung in der Krise!

In der 2. „Corona-Woche“ fand sich ein Grüppchen aus Vertreter*innen der dlh-Verbände glb, hphv und VDL sowie den Jung-Philologen zusammen, um ein gemeinsames Foto-Projekt anzugehen.

Mit dem gemeinsamen Foto soll deutlich gemacht werden, dass wir Lehrkräfte sicherlich keine „Corona-Ferien“ haben, sondern jede(r) auf seine Weise die Dienstpflicht ableistet und ihren / seinen Beitrag zur Gewährleistung der Vermittlung des höchsten Gutes Bildung einbringt.

Wir stehen im Abitur, beim Homeschooling, beim Homeoffice, beim digitalen Lehren und Lernen sowie in den Notbetreuungen unsere Frau und unseren Mann.

#zusammenhalt

 

 

obere Reihe: Ute Molden (glb), Stefan Sonneburg (glb), Tina Horneff (VDL)

mittlere Reihe: Josefina Regenhardt (Jung-Philologen), Annabel Fee (hphv), Victoria Höhl (Jung-Philologen)

untere Reihe: Boris Krüger (hphv), Kerstin Jonas (VDL), Michael Hans (VDL)

Wir werden unseren gesellschaftlichen Solidarbeitrag leisten!

Neues aus dem Kreisverband Kassel-Stadt und -Land

Angesichts der Tatsache, dass in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz von den Schulministerien Lehrerinnen und Lehrer für Verwaltungsaufgaben in Gesundheitsämtern, Fieberambulanzen und Seniorenheimen und die Besetzung von Hotlines auf freiwilliger Basis gesucht werden, ruft auch der Kreisverband Kassel-Stadt und -Land des Deutschen Lehrerverbandes Hessen (DLH) seine Mitglieder zur gesellschaftlichen Solidarität in schwierigen Zeiten auf. Der DLH-Kreisvorsitzende Boris Krüger mahnt an: „Ich ermuntere alle Lehrkräfte, die im DLH und seinen Partnerverbänden hphv, glb und VDL organisiert sind, aber auch alle anderen Kolleginnen und Kollegen dazu, sich freiwillig bei einer solchen Anfrage des Hessischen Kultusministeriums zu melden, soweit es ihre häusliche Situation und ihr aktueller schulischer Einsatz zulassen.“

 

Die Lehrer sollten ihren Qualifikationen entsprechend in angemessenen Aufgabenfeldern eingesetzt werden, wobei vor allem Personen angesprochen seien, die im Gesundheitssystem oder im sozialpädagogischen Bereich vorgebildet sind. Aber auch alle anderen Lehrerinnen und Lehrer seien bestimmt in der Lage, Verwaltungstätigkeiten zu verrichten.

 

Es dürfe allerdings nicht der Eindruck entstehen, Lehrkräfte seien wegen der Schulschließungen frei verfügbar. Boris Krüger betonte: „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Lehrerinnen und Lehrer derzeit genug zu tun haben.“ Sie versorgen ihre Schülerinnen und Schüler unter Nutzung moderner Medien und Kommunikationsplattformen mit Übungsmaterialien, leiten Betreuungsgruppen an den Schulen oder sorgen seit vergangenem Donnerstag für den reibungslosen Ablauf der schriftlichen Prüfungen des Landesabiturs.

 

Krüger abschließend: „Meine Kolleginnen und Kollegen haben sich bewusst dafür entschieden, einen sozialen Beruf auszuüben. Daher bin ich sicher, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in dieser extremen Notlage nicht verweigern und zeigen werden, dass sie keine „faulen Säcke“ sind.“

Lohfelden, den 21.3.2020

ViSdP: Boris Krüger, Crumbacher Str. 19 b, 34253 Lohfelden, Tel. 0151 42341192

dlh-Info 1-2020

Meidinger: Schlecht qualifizierte Seiteneinsteiger vor Klassen zu stellen, „ist ein Verbrechen an den Kindern“

 

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger, hat eine unzureichende Qualifizierung von Seiteneinsteigern in den Lehrerberuf kritisiert. Vielerorts würden Menschen, die zwar ein erfolgreich beendetes Hochschulstudium, aber kein abgeschlossenes Lehramtsstudium aufweisen, ohne qualitätssichernde Vorgaben auf Schüler losgelassen. Die sei „ein Verbrechen an den Kindern“, sagte Meidinger der Tageszeitung „Die Welt“. „Innerhalb von zwei Wochen Uni-Absolventen, die noch nie etwas von Pädagogik und Didaktik gehört haben, per Crashkurs zur Grundschullehrkraft auszubilden, das ist doch absurd.“ Das zeige, wie gering die notwendige Berufsprofessionalität der Lehrerschaft von der Politik geschätzt werde.

Laut einer aktuellen Erhebung der „Rheinischen Post“ lag bei den Neueinstellungen in den Schuldienst der Anteil derjenigen ohne pädagogische Qualifikation zum Schuljahresbeginn im Bundesdurchschnitt bei rund 16 Prozent – allerdings seien die Unterschiede gewaltig. Sie schwanken dem Bericht zufolge zwischen 61 Prozent (Berlin) und vier Prozent (Rheinland-Pfalz). Westdeutsche Flächenländer liegen der Abfrage unter den 16 Kultusministerien der Länder zufolge zwischen neun (Hessen) und zwölf Prozent, die meisten ostdeutschen Länder kommen dem Bericht zufolge auf Werte um 30 Prozent, Sachsen jedoch auf 50 Prozent. Bayern und das Saarland kommen bislang ohne Seiteneinsteiger aus.

Vielerorts, so Meidinger, würden Seiteneinsteiger ohne alle qualitätssichernden Vorgaben auf die Schüler losgelassen. In den Ländern, wo der Mangel am größten sei, beispielsweise in Berlin und vielen östlichen Bundesländern, hätten die Ministerien oft gar kein Interesse, dass die Seiteneinsteiger erst mal ordentlich ausgebildet würden, weil sie dann nicht gleich voll in die Unterrichtsversorgung gesteckt werden könnten, vermutet Meidinger. „Dazu kommt, dass es für die Seiteneinsteiger keine ausreichende Zahl von Ausbildungslehrern gibt.“

Außerdem habe der Lehrermangel in einigen Regionen bereits ein solches Ausmaß angenommen, dass dort eigentlich jeder Kandidat in den Schuldienst durchgewunken werde. Der DL-Präsident kritisiert dies heftig: „Selbst diejenigen, die am Ende durchfallen, bekommen hinterher eine unbefristete Stellte im Lehramt.“

 

dlh-Kreisverband Kassel                                                       dlh-Kreisvorsitzender Boris Krüger

dlh-info 2-2020

Lin-Klitzing kritisiert: Wir werden zu lasch im schulischen Umgang mit Rechtschreibung

 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält Rechtschreibunterricht für nicht mehr so wichtig wie früher. „Jeder Mensch braucht ein Grundgerüst an Rechtschreibkenntnissen, das ist gar keine Frage. Aber die Bedeutung, Rechtschreibung zu pauken, nimmt ab, weil wir heute ja nur noch selten handschriftlich schreiben“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Es gebe „kluge Geräte“, die Grammatik und Fehler korrigierten. „Ich glaube nicht, dass Rechtschreibung jetzt zu den großen, gravierenden Problemen der Bildungspolitik gehört“, sagte Kretschmann, der früher als Chemie- und Biolehrer arbeitete.

Die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, wies die Äußerung Kretschmanns zurück. „Es kann nur im Eigeninteresse jedes Einzelnen sein, richtiges Schreiben zu beherrschen“, sagte Lin-Klitzing dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Schule ist die gesellschaftliche Instanz, die dies vermittelt und vermitteln muss.“

Lin-Klitzing kritisierte: „Wir werden zu lasch im schulischen Umgang mit Rechtschreibung.“ Die Chefin des Philologenverbandes fügte hinzu: „Ich signalisiere: Rechtschreibung ist uns nicht egal. Deshalb plädiere ich dafür, auch Abiturienten eine ganze Note abziehen zu können bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Rechtschreibung.“ Das sei bisher nicht der Fall. „Die Kultusministerkonferenz sollte wieder den Anreiz setzen, richtig zu schreiben“, sagte sie.

„Die Autokorrektur reicht nicht, weil der Computer nicht jeden Fehler ausmerzt, geschweige denn richtige Kommas setzt, um Sinnzusammenhänge und Zusammenhänge zwischen Neben- und Hauptsätzen zu verdeutlichen“, erläuterte Lin-Klitzing.

 

dlh-Kreisverband Kassel                                                       dlh-Kreisvorsitzender Boris Krüger

dlh-Info 03-2020

Meidinger warnt: Mädchen und Jungen nicht getrennt unterrichten!

 

Getrennte Stunden für Jungen und Mädchen in Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie und Physik: Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), kann sich eine Geschlechtertrennung in der Schule vorstellen, zumindest zeitweilig. “Seien wir offen dafür, Mädchen und Jungen in Fächern wie Mathe und Physik phasenweise getrennt zu unterrichten”, sagte die SPD-Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Deutsche Lehrerverband lehnt hingegen getrennten Unterricht für Mädchen und Jungen in Fächern wie Mathe oder Physik ab. Das würde tendenziell wieder zu einem verkrampfteren Verhältnis der Geschlechter führen, dem man durch gemeinsamen Unterricht eigentlich begegnen wolle, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Getrennte Klassen seien zudem auch jetzt theoretisch schon möglich, würden aber vor allem an staatlichen Schulen von Schülern und Eltern abgelehnt.

Meidinger sagte dazu: «Entscheidend ist, dass wir innerhalb der Gesellschaft die beruflichen, geschlechterbestimmten Rollenmuster aufbrechen.» Studien zeigten zwar, dass Mädchen an reinen Mädchenschulen mehr Selbstbewusstsein in den Naturwissenschaften entwickelten und eher bereit seien, beispielsweise in der Oberstufe Mathe- oder Physikkurse zu wählen. «Es gibt allerdings keinerlei Anzeichen dafür, dass dadurch sich das Berufswahlverhalten ändert.»

Der Lehrerpräsident plädierte stattdessen dafür, Vorbilder in die Schulen einzuladen, «also taffe junge Informatikerinnen oder Maschinenbauingenieurinnen, die Kids über ihren Berufsweg und ihre Karriere informieren». Gleichzeitig sollten Jungen in Verbindung gebracht werden mit Vertretern sozialer, sprachlicher und pädagogischer Berufe. «Das Zauberwort heißt geschlechtersensibler Unterricht, also Jungs in den “weichen Fächern”, in Literatur und Sprachen fördern und stärken und Mädchen in den MINT-Fächern ermuntern, fördern und unterstützen.» MINT ist der Sammelbegriff für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

 

dlh-Kreisverband Kassel                                                       dlh-Kreisvorsitzender Boris Krüger