Tablets angeschafft. Fortbildungen
besucht. Und wo bleibt das WLAN?

Antworten für Hessens Lehrkräfte

Pressemitteilung des Kreisverbandes DLH Bergstraße/Odenwald (Deutscher Lehrerverband Hessen) vom 02.12.2020

„Lüftungskonzepte so nicht weiter tragbar“

Dass weiterhin so getan wird, als könne der Unterricht in den Klassenräumen wie im Spätsommer und Herbst aufrecht erhalten werden, hält der DLH-Kreisverband Bergstraße/Odenwald für nicht mehr tragbar.

„Die Außentemperaturen sind auch tagsüber nur noch knapp über 0 Grad, was bei den aktuellen Lüftungsmaßnahmen auch die Raumtemperaturen auf ein nicht mehr akzeptables Niveau absinken lässt. Durchhalteparolen, verbunden mit Hinweisen sich nur dick genug anzuziehen, sind so nicht hinnehmbar.“, so die stellvertretende Kreisvorsitzende Mireille Kadel. Die Arbeitsstättenverordnung fordere, dass eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur geschaffen werden müsse. Unterhalb der 20-Grad-Grenze sei dies nicht mehr gegeben, für Schülerinnen und Schüler, wie auch für Lehrkräfte. Selbst bei mittelschweren Tätigkeiten wären weniger als 19 Grad Raumtemperatur nicht zulässig.
Schülerinnen und Schüler beklagten zurecht, dass sie je nach Sitzplatz während des Stoßlüftens unter Zugluft, Kälte und Wind leiden. Lüftungsanlagen könnten hier Abhilfe verschaffen. Dies werde jedoch nicht anerkannt, stattdessen versuchten die Entscheidungsträger den Einbau von Lüftungsanlagen als technisch nicht optimale Lösung darzustellen. Dies erscheine jedoch als ein vorgeschobenes Argument. Die Wahrheit sei, dass man die Kosten nicht übernehmen wolle. Das Land stelle den Schulträgern insgesamt zehn Millionen Euro zur Anschaffung zur Verfügung, mit denen insbesondere diejenigen Räume ausgestaltet werden sollen, die nicht oder nicht ausreichend gelüftet werden können. Das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Dass nun an manchen Schulen über private Initiativen versucht wird solche Geräte einzubauen, hält der DLH Bergstraße/Odenwald für den falschen Weg. „Wie bei den digitalen Geräten, so muss auch hier eine einheitliche Lösung her“. Dass der Schulträger zu recht darauf hinweise, dass nicht alle angebotenen Geräte geeignet seien, und ein Einbau auf diesem Weg der ausdrücklichen Zustimmung des Kreises bedürfe, begrüßt der DLH. Man komme aber dennoch nicht an der Tatsache vorbei, dass eine flächendeckende, zügige Aufrüstung erfolgen müsse. „Wenn es um die Gesundheit der Menschen im Klassenraum geht, können Kostenargumente nur eine untergeordnete Bedeutung haben. Und wenn die Schulen sich im kommenden Jahr nicht von Welle zu Welle schleppen sollen, dann muss es diese technischen Verbesserungen geben“, so der DLH Bergstraße/Odenwald.
Volker Weigand, Vorsitzender des Kreisverbandes DLH Bergstraße/Odenwald