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Antworten für Hessens Lehrkräfte

dlh-Nachrichten aus dem Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer (HPRLL) – V-2019

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Inhalt: 

  • Einstellung in den Vorbereitungsdienst
  • Umzugspläne der Lehrkräfteakademie (LA)
  • UBUS-Fortbildungen
  • Konfessionsfreier Religionsunterricht
  • Digitale Schule Hessen
  • Gespräch mit Kultusminister Prof. Dr. Lorz
  • Wahlaufruf Personalratswahlen 12./13. Mai 2020

Einstellung in den Vorbereitungsdienst

Die Ergebnisse der Einstellung in den pädagogischen Vorbereitungsdienst zum 01.11.2019 wurden in den HPRLL berichtet. Hierbei konnten zunächst ca. 600 Bewerbungen im gymnasialen Lehramt nicht berücksichtigt werden, davon ca. 220 mit einem Wartepunkt und mehr. Somit ergibt sich, dass bei einer Zahl von über 1100 Bewerbungen im gymnasialen Bereich eine Quote von mehr als 50% ohne Angebot verbleibt. In allen anderen Lehrämtern konnte nahezu jede Bewerberin / jeder Bewerber mit einem Einstellungsangebot rechnen.

Im beruflichen Lehramt ist zu erkennen, dass auch diesmal wieder nur wenige Bewerbungen vorliegen. Wie in den letzten dlh-Nachrichten zum Einstellungstermin 01.05.2019 berichtet, sind es im gymnasialen Lehramt wieder die Fächer Chemie, Informatik, Kunst, Musik und Physik, in denen nahezu alle Bewerberinnen bzw. Bewerber eine Einstellung erhielten.

Signifikant war auch der Anteil der männlichen Bewerber insgesamt. Dieser geht scheinbar immer weiter zurück und liegt nunmehr bei weniger als ca. einem Drittel der Bewerbungen.

Der dlh meint, dass dies eine deutliche Schieflage zu Lasten der gymnasialen Bewerber darstellt, die so nicht bleiben sollte. Besonders ist hierbei zu erwähnen, dass selbst im gymnasialen Lehramt für sich genommen der Anteil der männlichen Bewerber unter 40% liegt und im Grundschullehramt noch einmal deutlich geringer ist und unter 12% liegt.

Umzugspläne der Lehrkräfteakademie (LA)

Nach Bekanntwerden der Pläne des Vermieters der Liegenschaft der LA in Frankfurt und einem damit drohenden Umzug der Beschäftigten, verlangte der HPRLL Auskunft vom Kultusministerium. Allein schon die Ankündigung eines drohenden Umzuges in eine ungünstigere (verkehrstechnische) Lage führte – verständlicherweise – zu Unruhe bei den Beschäftigten in Frankfurt. Wie zu hören war, habe der Vermieter der Liegenschaft eine Verlängerung des Mietvertrages angeboten, allerdings ohne eine dringend benötigte Sanierung. Weiterhin habe die LA zusätzlichen Platzbedarf durch weitere Aufgaben, unter anderem den Digitalpakt, die nun umgesetzt werden müssen. Das zusätzliche Personal, das dafür benötigt werde, könne nicht auch noch im Erwin-Stein-Haus untergebracht werden. Hier ist angedacht zu prüfen, ob weitere Objekte in der Umgebung angemietet werden können.

Der HPRLL und der dlh hoffen, dass sich die Situation klärt. Eine Situation, die den Beschäftigten wenig Verlässlichkeit bietet, ist auf Dauer nicht hinnehmbar. Gute Arbeitsbedingungen sind für alle Beschäftigten wichtig, und der dlh hofft, dass eine rasche Klärung erfolgt.

UBUS-Fortbildungen

In der Diskussion mit dem HPRLL ging es u. a. in der Diskussion um die Lage der Fortbildungstage. Hier monierte der HPRLL, dass einige der Fortbildungstage auf Samstagen liegen sollen. Das Kultusministerium begründete dies damit, dass, sollten die Tage unter der Woche liegen, Unterrichtsausfall auftrete. Durch Fortbildungen solle so wenig wie möglich Unterricht tangiert werden. Dies könne damit kompensiert werden, dass Arbeitszeit verrechnet oder entsprechende Zeit in der Schule erlassen werde.

Der HPRLL ist der Auffassung, dass die für UBUS-Kräfte geltende Arbeitszeit es nicht zulässt, dass Unterricht tangiert wird. Wird Arbeitszeit verrechnet, besteht die Gefahr, dass die UBUS-Kräfte ihre berechtigten Ansprüche nicht durchsetzen können und so zu ihren Lasten Mehrarbeit leisten. Dies sollte auf keinen Fall hingenommen werden. Zu Redaktionsschluss war klar, dass die Fortbildungsreihe auf das Frühjahr 2020 verschoben wird und noch Gespräche hinsichtlich der Anmerkungen, die der HPRLL in die Erörterung eingebracht hat, geführt werden müssen.

Konfessionsfreier Religionsunterricht

Aus dem Kultusministerium wurde bekannt, dass der konfessionsfreie Religionsunterricht nach den Sommerferien angelaufen sei. Diesen in einem Modellversuch eingerichteten nicht-konfessionellen Religionsunterricht können nun Kinder besuchen, die früher den islamischen Religionsunterricht besuchten. Der Zentralrat der Muslime stellte daraufhin einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Wiesbaden gegen diesen Unterricht. Dieser wurde vom Verwaltungsgericht zurückgewiesen, weil es den vorgebrachten Argumenten nicht folgen konnte. Der Antragsteller berief sich u. a. darauf, dass er in seinen Rechten als Religionsgemeinschaft betroffen sei, weil das Land Hessen gegen die Verfassung verstoße, indem es ohne Beteiligung von islamischen Religionsgemeinschaften einen islamischen Religionsunterricht anbiete.

Weiterhin wurde bekannt, dass keine Kinder aus dem Unterricht des neuen Modellversuchs abgemeldet wurden. Aus Sicht des dlh ist der neue Modellversuch die Konsequenz aus der andauernden Diskussion um die seitherige Beteiligung der Religionsgemeinschaften.

Digitale Schule Hessen

Die Umsetzung des Digitalpaktes durch die Landesregierung nimmt nun Formen an. Nach den Landtagsanhörungen, auf denen erstmals eine Grob-Planung vorgestellt wurde (berichtet in den dlh-Nachrichten IV), geht es nun in die Details. Konkrete Sachstände wurden und werden derzeit im HPRLL vorgestellt, um im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit eine mögliche Umsetzung zu diskutieren. Da zu den technischen Zielen wie Breitbandanschluss aller Schulen in Hessen, WLAN als Standard und die Ausstattung der Unterrichts- und Arbeitsräume für digitale Medien in den einzelnen Bausteinen auch die pädagogische Unterstützung gehört, wird über die Ausführungen z. B. durch die LA vieles zu besprechen sein. Vorgesehen ist hierbei, dass in fünf Jahren alle Schulen über ein Medienbildungskonzept verfügen. Dabei möchte das Land bei der Entwicklung unterstützen und fachlich beraten. Auch das bereits existierende Schulportal soll dabei von allen Schulen genutzt werden. Hinzu komme eine Aufstockung der Fortbildungsangebote und landesweite Angebote zum fachdidaktischen Einsatz digitaler Medien.

Der dlh meint, dies ist insgesamt ein Mammutprojekt, das für die Schulen einiges an Umstellung bedeutet. Dadurch, dass die Gelder größtenteils über die Schulträger und die LA zu kommen scheinen, gilt es auch die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen mitzunehmen und während der Schulzeit entsprechende Freiräume zu schaffen. Dies kann durch Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung, eine Ausweitung der zur Verfügung stehenden Deputate oder weitere Maßnahmen geschehen, die dazu dienen, für Lehrerinnen und Lehrer eine zeitliche Entlastung während der Unterrichtszeit zu ermöglichen.

Gespräch mit Kultusminister Prof. Dr. Lorz

Die dlh-Landesleitung traf sich am 29.08.2019 mit Herrn Staatsminister Prof. Dr. Lorz zu einem informellen Austausch zu bildungspolitisch relevanten Herausforderungen. Im Vordergrund dieses Gespräches stand u. a. das Thema „Entlastungsmöglichkeiten für Lehrkräfte und Schulleitungen“. Hierbei ging es ganz konkret um die Möglichkeit, die vom HPhV bereits durchgesetzte Mentorenentlastung weiter aufzustocken. Darüber hinaus wurde die notwendige Erhöhung des Schuldeputates besprochen, um Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben weiter zu entlasten.

Als zweites Kernthema wurde die „Aufwertung des mittleren Bildungsabschlusses“ besprochen. In diesem Zusammenhang ging es vor allem um die Beibehaltung der Vielgliedrigkeit und Durchlässigkeit unseres Schulsystems. Der dlh machte deutlich, dass gerade dadurch individuelle und begabungsgerechte Förderung gewährleistet wird. Eine verstärkte Anbindung an Firmen könnte zudem die Abschlüsse in diesem Bereich attraktiver machen.

Ein weiteres Thema war die schon in die Jahre gekommene Entgeltordnung. Die dlh- Landesleitung wies darauf hin, dass die Entgeltordnung schon seit 2009 (Einführung des TV-H) besteht, noch viele Bestandteile des vorhergehenden Eingruppierungserlasses BAT beinhaltet und noch nie überarbeitet wurde. In den letzten Jahren sind sehr viele Kolleginnen und Kollegen im Angestelltenverhältnis an unsere Schulen gekommen, hier einige Beispiele: UBUS Kräfte (Unterrichtsbegleitende Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte), Quereinstieg, Kolleginnen und Kollegen die durch Weiterbildungsmaßnahmen in den Schuldienst gekommen sind, Fachlehrerinnen und Fachlehrer usw. Der dlh ist der Meinung, dass es sehr wichtig ist, die Entgeltordnung zu aktualisieren, um eine gerechte und der Ausbildung entsprechenden Entlohnung gewährleisten zu können.

Schlussendlich griff die dlh-Fraktion das Thema „Digitalisierung“ auf; die Einführung des „Schulportals Hessen“ wurde dabei ausdrücklich begrüßt und das Interesse signalisiert, diesen Prozess aktiv zu begleiten. Sorgen wurden dahingehend geäußert, dass die Umsetzung des Digitalpaktes hohe bürokratische Hürden mit sich bringt.

Insgesamt war es ein konstruktiver und wertschätzender Austausch zwischen dem dlh und dem Kultusminister, der auch zukünftig weitergeführt werden soll.

Wahlaufruf Personalratswahlen 12./13. Mai 2020

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 12. und 13. Mai kommenden Jahres können Sie wieder Ihre Personalvertretungen an den Schulen, den Staatlichen Schulämtern (GPRLL), beim Hessischen Kultusministerium (HPRLL) und im Falle der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zusätzlich noch an den Studienseminaren wählen.

Der dlh bittet Sie: Unabhängig davon, ob Sie verbeamtet sind oder der Gruppe der Arbeitnehmer(innen) angehören – Nehmen Sie Ihr Recht wahr, damit diese Personalvertretungs-Gremien eine hohe Legitimation erhalten.

Informieren Sie sich über die „Programme“ der zur Wahl stehenden Verbände / Gewerkschaften / Listen und gleichen diese mit Ihren eigenen bildungspolitischen und berufspolitischen Forderungen und Vorstellungen ab.

Der Deutsche Lehrerverband Hessen (dlh) und die ihn tragenden Verbände
(glb – Gesamtverband der Lehrer an beruflichen Schulen in Hessen,
HPhV – Hessischer Philologenverband, Gewerkschaft der Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer,
VDL – Verband der Lehrer Hessen, Lehrerinnen und Lehrer an Förder-, Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen)
würden sich freuen, Ihre Stimmen auf allen Ebenen zu erhalten.

Neuental, den 05.11.2019

gez. Jürgen Hartmann

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