Erstellung der PR-Nachrichten durch die dlh-Fraktion im Hauptpersonalrat Schule / Stand: 04.05.2026
Geplante Kürzung der Altersermäßigung für Lehrkräfte und UBUS-Kräfte ab 55 Jahren
Leider bleiben bei den geplanten Einsparungen der Landesregierungen die hessischen Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte als unmittelbar Betroffene nicht außen vor. Erhalten diese bislang nach Vollendung des 55. Lebensjahres gemäß der Pflichtstundenverordnung (PflStdV §9) eine Ermäßigung der Pflichtstundenzahl um eine Stunde, so ist geplant, dass diese Entlastung zukünftig entfällt, und drei neue Stufen der Altersentlastung (ab 60 Jahre in dem darauffolgenden SJ) eingeführt werden à PflStdV §9 (2). Das stellt sich, vorbehaltlich der Zustimmung im Landtag, neu wie folgt dar:
- Ab 55 Jahre –> Ermäßigung gestrichen
- Ab 60 Jahre –> 1 Wochenstunde Ermäßigung bei einer Unterrichtstätigkeit von mehr als ¾ Umfang gemäß Pflichtstundenverordnung, sonst 0,5 Wochenstunde Entlastung
- Ab 62 Jahre –> 2 Wochenstunden Ermäßigung bei einer Unterrichtstätigkeit von mehr als ¾ Umfang gemäß Pflichtstundenverordnung, sonst 1 Wochenstunde Entlastung
- Ab 64 Jahre –> 3 Wochenstunden Ermäßigung bei einer Unterrichtstätigkeit von mehr als ¾ Umfang gemäß Pflichtstundenverordnung, sonst 1,5 Wochenstunde Entlastung
Sofern das 55. Lebensjahr zum 01.08.2025 vollendet worden ist, gilt die bisherige Regelung weiter.
Unterrichtsfach „Digitale Welt“ kommt nicht wie geplant, sondern lediglich optional als GTA-Angebot
Im Koalitionsvertrag hatten die beiden Partner vereinbart, das Schulfach Digitale Welt landesweit auszurollen. Der hphv hat diese Idee bereits vorher immer wieder begrüßt, und bei sonst eher kritischer Haltung gegenüber sogenannten Querschnittsfächern angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen und der Auswirkungen auf andere Fächer den Übergang vom Pilotprojekt zum regulären Fach gefordert. Dies hätte sicher angesichts einer bereits vollen Stundentafel Diskussionen gegeben, aber der Wert des Fachs wurde grundsätzlich als positiv eingestuft. Dieses Projekt, welches landesweit Verbindlichkeit hätte herstellen können in einem Bereich, der an vielen Stellen Ressourcen beansprucht (rechtliche Fragen, Datenschutz, Umgang mit Social Media, Präsentationstechniken usw.), wird nun lediglich im GTA-Angebot weitergeführt. Zwar können Schulen somit weiterhin hier einen individuellen Schwerpunkt setzen, jedoch müssen sie sich bewusst dafür entscheiden, Mittel und Personal einzusetzen, was zu Lasten anderer GTA-Bereiche geschehen könnte. Somit werden die Schulen weiterhin vieles selbst erarbeiten müssen, wo ein landesweit einheitliches Unterrichtsfach viel mehr Möglichkeiten hätte bieten können. Die Forderung nach der Umsetzung bleibt somit bestehen.
Datengestützte Schulentwicklung wird auch in Hessen sichtbarer
Im Organigramm des HMKB (Datum 01.03.2026) wird nunmehr auch in Hessen die sogenannte datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung sichtbar. Die Leitung der Stabsstelle wurde Frau Ina Ofenloch übertragen. Damit gibt es mittlerweile drei Stabsstellen im Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen (außerdem: Beschulung ukrainischer Schutzsuchender sowie Werte- und Demokratiebildung). Damit stellt das Ministerium die Bedeutung dieses Themas heraus. Verzahnt werden die Bereiche Diagnostik und Förderung durch den Einsatz digitaler Anwendungen.
Bereits im vergangenen Jahr hat sich der DPhV mehrmals zu diesem Thema und seiner bundesweiten Bedeutung geäußert, u.a. am 17.12.2025, und gefordert, dass es hierbei gilt drei zentrale Punkte in den Fokus der politischen Debatte zu stellen: Zielklarheit, Rollenklarheit, und Ressourcenklarheit.
Die Herausforderung ist klar zu benennen: Deutschland hat ein zunehmendes Problem mit nachlassenden Schülerleistungen. Es gilt, Fördermaßnahmen stärker auf die die Kinder und Jugendlichen individuell auszurichten. Dabei entstehen Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Einführung von möglichen IDs wie einer Schüler-ID oder einer Bürger- bzw. Deutschland-ID, intensiv zu diskutieren sind. Datensparsamkeit, Datenschutz und insbesondere der Erhalt der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte stehen im Vordergrund bei der Betrachtung. Datenerhebung darf kein Selbstzweck sein und nicht zur Kontrolle dienen. Finanzierungsfragen sind weiterhin zu beachten.
Als Pilotprojekt wird das Vorhaben zunächst in drei Schulhalbjahren mit 30 Schulen umgesetzt.
Stellenbesetzung Leitung Referat III.A.3
Stellenbesetzung in Sicht: Mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte betraut worden ist Frau Dr. Annette Petri (–> Organigramm HMKB, Stand 01.03.2026). Frau Dr. Petri war vier Jahre lang Schulleiterin der Prälat-Diel-Schule in Groß-Gerau, bevor sie als neue Herausforderung die Leitung der Internatsschule Schloss Hansenberg 2023 übernommen hat. Seit Anfang Februar ist sie ans HMKB abgeordnet. Das Referat mit den Zuständigkeiten für Gymnasien, Auslandsschulwesen und berufliche Orientierung war längere Zeit kommissarisch geleitet worden.
Kürzungen an den IGS temporär
Diskussionen um das Ob und Wie der geplanten reduzierten Mittelzuweisung für Integrierte Gesamtschulen wurden zwischen den beiden Koalitionspartnern CDU und SPD in aller Öffentlichkeit ausgetragen. Dass dabei ein Ministerium dem anderen (konkret das Wirtschaftsministerium dem Kultusministerium) Geld „anbietet“, um Kürzungen abzuwenden, stellt durchaus eine Besonderheit dar. Entfallen sollte der Zuschlag für die sogenannte äußere Differenzierung, womit je nach IGS mehrere Stunden oder sogar Lehrerstellen verbunden gewesen wären. Wie das HMKB mitgeteilt hat, sind die Änderungen zunächt für ein Jahr begrenzt, und gelten für das Schuljahr 2026/27. Danach soll wieder zum bisherigen Status zurückgekehrt werden.
Mental Health First Aid statt Mental Health Coach
Zwei ziemlich ähnlich klingende Begriffe tangieren den Bereich der Gesundheitsförderung: Das Programm Mental Health Coach an Schulen ist nach einem Beschluss des Bundes zum 31.12.2025 eingestellt worden, primär aufgrund von Haushaltskürzungen. Laien sollen nun über das Programm MHDA dazu befähigt werden, andere Menschen in akuten Krisen frühzeitig zu unterstützen. Ein 12-stündiger Kurs für Erwachsene mit abschließendem Online-Test soll das entsprechende Zertifikat für MH First Aida vermitteln. Inwieweit das Konzept auch an hessischen Schulen Einzug hält, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

