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Antworten für Hessens Lehrkräfte

dlh-Pressemitteilung vom 10.03.26: Kürzungen beim Sozialindex sind ein fatales Signal für Brennpunktschulen

Der Deutsche Lehrerverband Hessen (dlh) kritisiert die von der hessischen Landesregierung geplanten Kürzungen beim Sozialindex für Schulen in sozial besonders herausfordernden Lagen scharf. Der Landesvorsitzende des dlh, Boris Krüger, warnt vor gravierenden Folgen für betroffene Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte vor Ort.

Der Sozialindex ist ein zentrales Instrument, um Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Kinder gezielt zusätzliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Grundlage sind unter anderem Faktoren wie der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit nichtdeutscher Familiensprache, der Bezug von Transferleistungen im Umfeld der Schule sowie weitere sozialstatistische Indikatoren. In Hessen profitieren derzeit mehrere hundert Schulen von zusätzlichen Lehrerstellen und Förderstunden.

„Gerade dort, wo Kinder und Jugendliche die größte Unterstützung benötigen, will die Landesregierung Mittel streichen. Das ist bildungspolitisch völlig unverständlich und sozialpolitisch ein fatales Signal“, erklärte Krüger.

Nach Einschätzung des dlh haben rund ein Drittel der hessischen Schülerinnen und Schüler einen deutlich erhöhten Unterstützungsbedarf. An vielen Schulen liegt der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache bei über 60 oder sogar 70 Prozent. Entsprechend groß ist der Bedarf an Sprachförderung, individueller Unterstützung und sozialpädagogischer Begleitung.

„Lehrkräfte an Brennpunktschulen leisten täglich Herausragendes. Ohne zusätzliche Ressourcen wie kleinere Lerngruppen, mehr Förderstunden und multiprofessionelle Teams wird es jedoch immer schwieriger, allen Kindern gerecht zu werden“, betonte Krüger.

Der dlh fordert die Landesregierung daher auf, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und den Sozialindex stattdessen weiter auszubauen. „Wer beim Sozialindex spart, verschärft bestehende Bildungsungleichheiten. Wenn es um Chancengerechtigkeit geht, darf gerade an diesen Schulen nicht gespart werden“, so Krüger abschließend.

Boris Krüger

Mobil: 015142341192

Kassel, den 10.03.2026

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