Wie fokussiert man sich bei allem
Trubel auf das Wesentliche?

Antworten für Hessens Lehrkräfte

Digitalisierung.

Im September letzten Jahres wurde das Gesetz zur Umsetzung der „Förderung der kommunalen und digitalen Bildungsinfrastruktur“ – bekannt unter dem „Digitalpakt Schule“ – vom hessischen Landtag beschlossen.

Mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro werden Hessens Schulen von 2019 bis 2024 finanziell unterstützt. Dabei geht es u.a. um die Ausstattung der Klassenzimmer mit Smartboards, Anschaffung von neuen Computern, Tablets/Notebooks und auch um die flächendeckende Einrichtung von WLAN an allen Schulen.

Was dies nun letztlich in der Praxis für uns Lehrkräfte bedeutet, mit welchen Herausforderungen wir uns im Schulalltag beschäftigen müssen und welche Aspekte eventuell zu kurz gedacht sind, damit müssen wir uns als dlh befassen.

Ein besonderes Problem sehen wir darin, dass der langfristige IT-Support nicht hinreichend sichergestellt werden kann. Es wird zwar in der Beschreibung der förderfähigen Maßnahmen von „Einrichtung von Strukturen für die professionelle Administration und Wartung digitaler Infrastrukturen…“ gesprochen, jedoch wissen wir aus der Praxis, dass IT-Fachkräfte oder überhaupt Lehrkräfte für Informatik nur sehr schwer zu finden sind auf dem Arbeitsmarkt. Da sich dies dann auch im Zuständigkeitsbereich der Schulträger befindet, bezweifeln wir, dass es finanziell überhaupt tragbar sein wird, Fachkräfte für alle Schulen zu finden.

Wir fordern deshalb die Sicherstellung von professionellem IT-Support an allen Schulen!

Eine weitere Problematik ist die persönliche Ausstattung der Lehrkräfte, denn die dringende Forderung nach digitalen Endgeräten für Lehrkräfte bleibt bis auf weiteres unerfüllt.

Wir als dlh monieren, dass Lehrkräfte einerseits den digitalen Wandel und die Umsetzung in den Schulen voll mittragen sollen, andererseits jede/r einzelne dies mit seinen eigenen Endgeräten unterschiedlichster Art umsetzen muss. Hier muss es in naher Zukunft zu einer einheitlichen Lösung kommen, geht es nämlich auch um datenschutzrechtliche Fragen; denn das Führen von Notenlisten, Abspeichern von Gutachten und Versenden von personenbezogenen Daten beispielsweise entsprechen bei privaten Endgeräten nicht den Richtlinien der DSGVO.

Der dlh fordert demzufolge Dienstlaptops/Tablets für alle Lehrkräfte!

Des Weiteren erfordert die Umsetzung des Digitalpaktes auch unbedingt praxisnahe Fortbildungen für die Lehrkräfte vor Ort, die unbürokratisch und ohne wesentlichen Mehraufwand in den ohnehin schon straff organisierten Schulalltag integriert werden können. Die Lehrkräfte dürfen nicht zusätzlich belastet werden, sie müssen bei der Umsetzung professionell betreut und fortgebildet werden. Die Digitalisierung darf hierbei nicht zum Selbstzweck werden, der Unterricht wird durch den Einsatz von digitalen Medien nicht per se inhaltlich besser, die Pädagogik und die Lehrkraft sollten immer im Vordergrund stehen. Die Digitalisierung verändert den Unterricht, der Einsatz neuer Medien erfordert gut geschulte Lehrkräfte, die den Spagat zwischen Wissensvermittlung und pädagogischer Arbeit sinnvoll umsetzen müssen.

Aus diesem Grund fordern wir als dlh die Gewährleistung für praxisnahe Fortbildungen an den Schulen vor Ort!

Insgesamt ist der „Digitalpakt Schule“ sehr begrüßenswert, aber er ist nur ein erster Schritt und wird auch nach fünf Jahren noch weitere Herausforderungen mit sich bringen.

Wir kämpfen gemeinsam:

HPhV – Hessischer Philologenverband e. V.

 

glb – Gesamtverband der Lehrer an beruflichen Schulen e. V.

 

VDL – Verband der Lehrer an Grund-, Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen in Hessen