Lehrkräfte müssen wohl
zaubern können!?

Antworten für Hessens Lehrkräfte

Arbeitsbelastung.

Die Belastungen und Aufgaben im Schulalltag haben deutlich zugenommen:

Die Heterogenität der Schüler*innen erfordert Binnendifferenzierung und entsprechenden Mehraufwand in der Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Lehrkräfte aller Schulformen werden mittlerweile immer häufiger in Lerngruppen eingesetzt, für die sie nicht ausgebildet wurden. Integration und inklusive Beschulung ohne entsprechende Ausbildung und Unterstützung im Unterricht sind hier ebenso zu nennen wie Teilnahme an Übergabekonferenzen etc., Beratung, Einbeziehung von Schulpsycholog*innen, Fachdiensten unterschiedlichster Art und anderen ggf. betroffenen Personen und Organisationen. Hinzugekommen sind auch Aufgaben wie die Berufsorientierung und die fehlende Fortbildung und Zeit bei Umsetzung neuer Kerncurricula und Verordnungen. Die zunehmende Digitalisierung erfordert Mitwirkung bei der Erstellung von Medienbildungskonzepten und Beratung in Ausstattungsfragen neben der eigentlichen Gestaltung interner Curricula und neuer Unterrichtsmaterialen. Der Aufwand ist hier deutlich höher als im regulären Unterricht. Gleiches gilt für Projekte, Schulversuche usw. Lehrkräfte übernehmen Tätigkeiten, die früher eindeutig Schulleitungsaufgaben waren, z. B. Zeugniserstellung, umfangreichere Dokumentationspflichten bzgl. Schüler*innen, etc. Teilweise haben Kolleg*innen zwei Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst gleichzeitig bei Mängelfächern zu betreuen und es obliegt der Schule aus ihrem Budget etwas – falls noch möglich bei den vielfältigen anderen Aufgaben– zur Verfügung zu stellen, da die gewährte Entlastung nicht ausreichend ist. Ferner sind die Einweisung von Quereinsteiger*innen und die Unterstützung von Praktikant*innen weitere wichtige Aufgaben. … Die Liste lässt sich weiter fortsetzen.

 

Zudem stellt die Übernahme von Theorieunterricht durch Fachlehrer*innen an beruflichen Schulen ohne eine entsprechende Fortbildung und adäquate Besoldung sowie höherer Pflichtstundenzahl eine zusätzliche Belastung dar.

 

Lehrkräfte mit zusätzlichen Aufgaben (Keine Schulleitungsmitglieder!) leiten in beruflichen Schulen mittlerweile Schulformen, bspw. in Bereichen der dualen Ausbildung, Fachoberschule, Berufliches Gymnasium. Ein(e) Abteilungsleiter*in verantwortet mehrere Schulformen. Zudem entspricht der Faktor 0,4 für Teilzeitschulformen im Funktionsstellenerlass für die beruflichen Schulen in keiner Weise dem tatsächlichen Arbeitsaufwand und somit auch nicht die zur Verfügung gestellten Abteilungsleiter*innenstellen.

 

Wir wollen auch weiterhin gute Arbeit leisten, das geht auf Dauer aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen!

 

Deshalb fordern wir:

  • Unterricht als Kerngeschäft!

  • Mehr Pädagogik, weniger Bürokratie!

  • Klassen- und Kursteiler um 20% senken!

  • Kooperationsstunden für inklusives Arbeiten!

  • Multiprofessionelle Unterstützung für alle Lehrkräfte

  • Mehr Funktions- und Beförderungsstellen!

Wir kämpfen gemeinsam:

HPhV – Hessischer Philologenverband e. V.

 

glb – Gesamtverband der Lehrer an beruflichen Schulen e. V.

 

VDL – Verband der Lehrer an Grund-, Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen in Hessen