Lehrkräfte müssen wohl
zaubern können!?

Antworten für Hessens Lehrkräfte

Wer oder was ist der dlh eigentlich?

Der Deutsche Lehrerverband Hessen (dlh)

 

Der dlh ist ein Zusammenschluss dreier spezialisierter Lehrerverbände, die sich dafür einsetzen, dass Schülerinnen und Schüler ihren Begabungen nach gefördert und gefordert werden. Diese drei Verbände sind:

  • glb – Gesamtverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e. V.,
  • HPhV – Hessischer Philologenverband e. V., die Gewerkschaft der Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer und
  • VDL – Verband der Lehrer Hessen an Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschulen.

 

   Im Jahr 2018 beging der dlh sein 70jähriges Bestehen. Nachstehend einige Informationen, die der Chronik zu diesem Jubiläum entnommen sind.

Am 25. September 1948 vollzogen im Gewerkschaftshaus in Frankfurt/Main der katholische Lehrerverband Hessen, der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen in Hessen, der Verband der Lehrer und Lehrerinnen an höheren Schulen, der Verband hessischer Diplom-Handelslehrer, der Verband hessischer Lehrer und Erzieher im freien deutschen Gewerkschaftsbund und der Verband der Lehrer an Berufs- und Fachschulen, Hessen, einen Zusammenschluss. Diese sechs Lehrerverbände haben sich schon zu jener Zeit den Bestrebungen nach einer Einheitsschule und einem Einheits-Lehrerverband, den der damalige Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (ADLLV, später GEW) in die Wege leiten sollte, widersetzt. Dies wird auch in den Leitsätzen des BHLE zur Schulpolitik aus dem Jahre 1952 deutlich: „Jede Schulart hat die Aufgabe, zu ihrer vollen Sinnerfüllung … zu gelangen„, so heißt es dort. Und auch heute noch setzt sich der dlh für den Erhalt eines vielfältigen begabungsgerechten Schulsystems ein.

Der Zusammenschluss der damals sechs Verbände nannte sich Bund der Hessischen Lehrer und Erzieher (BHLE), seit 1971 Deutscher Lehrerverband Hessen (DLH, heute dlh). Der Bund gab sich bereits im Gründungsjahr eine Satzung und eine Geschäftsordnung.

Relativ rasch entstanden Bezirksverbände und Kreisverbände, und mit der Einrichtung von Personalvertretungsorganen auf der Ebene der Regierungspräsidien (Bezirkspersonalräte) und nach der Schaffung der Staatlichen Schulämter auch auf der Ebene der Kreise bzw. kreisfreien Städte fiel in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts dem DLH eine entscheidende Funktion zu: die Aufstellung der Personalratslisten. Und diese Funktion ist bis zu den diesjährigen Personalratswahlen geblieben: auch am 12. Und 13. Mai 2020 treten die Verbände des dlh in gemeinsamen Listen unter dem Dachverband dlh bei den Personalratswahlen an.

Ein weiteres Markenzeichen dieses Bündnisses ist, regelmäßig Gespräche mit den politisch Verantwortlichen zu führen, um Verbesserungen für die Lehrerschaft des Landes zu erreichen. Im Gegensatz zur GEW lehnten und lehnen die dlh-Verbände als Mitglieder des Deutschen Beamtenbundes Hessen das Mittel Streik zur Durchsetzung ihrer schulpolitischen Ziele ab, sie wählten und wählen stets die Form der Demonstration außerhalb der Unterrichtszeit. So fand die Demonstration des DLH mit ca. 2000 Personen am 25. Oktober 1972 in Wiesbaden besondere Erwähnung in der Presse. Am 1. Juli 1997 streikte die GEW auf dem Frankfurter Römerberg morgens – und nachmittags demonstrierte der DLH am selben Ort. Am 29. August 1995 fanden sich unter dem Titel „Hessens Schulen in Not – Bildung in Gefahr“ 29.08.1995 ca. 4000 Eltern und Lehrkräfte auf dem Luisenplatz in Wiesbaden ein; dies war das erste gemeinsame Auftreten der drei Lehrerverbände nach zwei Dekaden. Zwei Jahre später, am 16. Oktober 1997, folgte das vielleicht größte Highlight: DLH, GEW und VBE im Schulterschluss mit Lan-deselternbeirat und Landesschülervertretung versammelten ca. 8000 Personen um den Hessischen Landtag in Wiesbaden.

Im Jahr 1998 wurde eine Klage, die der HPhV kurz vor der GEW gegen die 80%ige „Zwangsteilzeit“ bei Neueinstellungen eingereicht hatte, als Sammelklage positiv beschieden, was vielen betroffenen Kolleginnen und Kollegen, die auf Anraten Widerspruch gegen die Kürzung eingereicht hatten, eine Nachzahlung z. T. in fünfstelliger Höhe bescherte.

Das Verwaltungsgericht Frankfurt hatte im April 2015 eine durch den HPhV initiierte Klage positiv beschieden, dass Lehrkräften die Kosten für die Durchführung einer Klassenfahrt komplett erstattet werden müssen. Das Verwaltungsgericht Kassel fällte im Februar 2019 ein entsprechendes Urteil. Damit ist die Praxis der Pauschalen als nicht rechtens geurteilt worden. Weiterhin hat im Oktober 2018 das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, dass die an vielen Schulen getätigte Abfrage der Schulleitung, ob eine Lehrkraft im Falle nicht ausreichender Haushaltsmittel auf eine ihr zustehende Reisekostenvergütung für eine Klassenreise teilweise verzichtet, gegen den beamtenrechtlichen Fürsorgegrundsatz verstoßen kann.

Ende des Jahres 2018 wurde endlich durch die Initiative des HPhV und seines Vorsitzenden eine seit langer Zeit geäußerte Forderung nach der Entlastung der Mentorinnen und Mentoren umgesetzt, und in einer ersten Tranche wurde jeder Lehrkraft im Vorbereitungsdienst eine Stunde für ihre Mentorinnen und Mentoren zugewiesen. Der dlh und seine drei Mitgliedsverbände glb, HPhV und VDL werden auch weiterhin in Verhandlungen mit dem Kultusminister um eine Erhöhung dieser Zahl stehen.

 

Edith Krippner-Grimme, dlh-Landesvorsitzende

Ihr Kontakt zum dlh

dlh-Landesvorsitzende:

Edith Krippner-Grimme

Kontakt: