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Trubel auf das Wesentliche?

Antworten für Hessens Lehrkräfte

dlh-newsletter Schule und Corona vom 28.06.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Während derzeit in Deutschland die Inzidenzen weiter sinken, machen sich erste Wissenschaftler und Politiker Sorgen über die aggressive Delta-Variante sowie die Auswirkungen einer vermehrten Reisetätigkeit in den Sommerferien.
Schwerpunktthema: Wie soll es mit den Schulen nach den Sommerferien weitergehen?
Neben den Bidungsjournalistinnen von SPIEGEL und FAZ (beide im Anhang) machen sich auch Wissenschaftler und Politiker Gedanken über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie an den Schulen.
Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) geht nicht von einem schnellen Ende der Corona-Pandemie aus. Es gelte, sich darauf vorzubereiten, nach den Sommerferien wieder stärkere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, falls es wieder zum Anstieg der Infektionen komme:
Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Lothar Wieler, rechnet mit der Ausbreitung der besonders ansteckenden Corona-Mutante B.1.617.2, der sogenannten Delta-Variante, in Schulen. »Es werden vermehrt Fälle bei Kindern auftreten, schon jetzt sehen wir größere Ausbrüche der Delta-Variante in Schulen«, sagt er aktuell:
Was die Delta-Variante für Deutschland bedeuten kann, zeigt ein Blick in die Länder, die von der Mutante bereits stark betroffen sind. In Großbritannien breitet sich das Coronavirus unter Schülern mit großem Tempo aus. Die Sunday Times berichtet, die Zahl der infizierten 5- bis 9-Jährigen sei in der Woche zum 20. Juni im Vergleich zur Vorwoche um 70 Prozent gestiegen:
Angesichts der Virus-Mutationen können offene Schulen im kommenden Jahr nicht garantiert werden, sagt die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:
Die Union im Bundestag fordert eine Rückkehr zum Präsenzunterricht im Herbst – und will dabei auch auf die beliebten Lolli-PCR-Tests setzen. Eltern und Lehrerverbände sind begeistert. SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach hingegen warnt:
Luftfilter
Mit den Problemen und Widerständen beim Einbau von Luftfiltern an Schulen befasst sich ein Artikel in der FAS von gestern, den ich angehängt habe.
Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat die Kommunen an ihre Pflicht erinnert, für die Ausstattung der Schulen beim Schutz vor dem Coronavirus zu sorgen. Bei der Anschaffung von Luftreinigungsgeräten seien zum Beispiel zunächst die Städte und Gemeinden gefordert, sagte Piazolo:
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder arbeitet in die gleiche Richtung und denkt angesichts der Corona-Variante Delta laut darüber nach, die Kommunen zu verpflichten, Luftfilter für Schulen anzuschaffen. „Über die Sommerpause sollten wir an jeder Schule die Lüftungsproblematik in den Griff bekommen“, sagte der CSU-Chef:
Es wird in den allermeisten der über 52.000 Kitas und 32.000 Schulen in Deutschland zum Herbst hin keine Luftfilter geben. Dies lassen Äußerungen von Kultusministern und Medienberichte aus den vergangenen Tagen erkennen. Damit bleibt das Öffnen der Fenster in der kalten Jahreszeit für Kita-Kinder und Schüler der einzige Schutz vor möglicherweise Corona-belasteten Aerosolen in der Atemluft von Gruppen- und Klassenräumen:
Kein Land hat also bislang seine Kitas und Schulen flächendeckend mit mobilen Luftfiltern ausgestattet, die mittlerweile vielerorts zum Einsatz kommen. Eltern und Lehrkräften reicht es jetzt. Sie machen Druck:
Impfungen
Aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister ist das Impfen das A und O beim Schutz von Lehrkräften, aber auch von Schülern. Müller hofft dabei auch auf eine andere Einschätzung der Stiko:
Aufholen von Lernrückständen
Das sogenannte Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche kann starten. Der Bundesrat stimmte am Freitag für eine entsprechende Gesetzesänderung bei der Finanzverteilung zwischen Bund und Ländern. Der Bund überlässt damit den Ländern mehr Anteile aus der Umsatzsteuer, so dass sie zusätzliche Maßnahmen zur Lernförderung finanzieren, Sozialprojekte ausweiten und mehr kostenlose und günstige Freizeit-, Sport- und Erholungsangebote anbieten können:
Der Bundesrat hat den Weg für ein „Aufholprogramm“ des Bundes freigemacht, das den Ländern zwei Milliarden Euro für die Förderung betroffener Kinder und Jugendlichen beschert. Die sollen selbst noch eigene Mittel dazutun. Reicht das?, fragt u.a. der Philologenverband Baden-Württemberg:
Mit privater Nachhilfe in den Ferien, vom Land finanziert – das dafür Mittel aus dem „Aufholprogramm“ des Bundes erhält – sollen z.B. in Mecklenburg-Vorpommern Lernlücken geschlossen werden. Der VBE sieht das kritisch:
Verbände
Der Philologenverband hat die Einstellungspolitik der Kultusminister kritisiert. Statt kurzfristige „Aufholprogramme“ aufzulegen, damit Corona-bedingte Lernlücken aufgearbeitet werden können – und dabei auf Quereinsteiger, Studierende und/oder private Nachhilfe zu setzen – sollten die Landesregierungen endlich dafür sorgen, dass die Schulen genügend Personal bekämen:
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) dringt auf eine «Sicherheitsphase» nach den Sommerferien mit verstärkten Tests und Maskenpflicht in den Schulen, unabhängig von der Inzidenzrate. «Gerade zu Beginn des Schulbetriebs müssen wir erhöhte Vorsicht walten lassen. Wir fordern daher eine mindestens 14-tägige Sicherheitsphase nach den Sommerferien», sagte VBE-Chef Udo Beckmann:
Hessen
Die neueste Fassung der Corona-Schutzverordnung wurde am 22. Juni veröffentlicht (s. Anhang).
Länder
– Hamburg:
– Berlin:
Ich wünschen Ihnen und Euch gutes Gelingen und Durchhalten beim Bilden, Besprechen und Eintragen der Noten.
Mit den besten Grüßen,
Boris Krüger