Lehrkräfte müssen wohl
zaubern können!?

Antworten für Hessens Lehrkräfte

dlh-newsletter Schule und Corona vom 24.06.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Seit Montag hat sich wieder einiges bei den Planungen für die Zeit nach den Sommerferien getan, weswegen ich erneut mit ihnen beginne.
Schwerpunktthema: Planungen für die nächsten Wochen und Monate
Hessen hat die Maskenpflicht an den Schulen im Freien und am Sitzplatz aufgehoben. Das entsprechende Schreiben des HKM habe ich angehängt.
Doch wie sehen die Planungen der anderen Länder aus, die evtl. Vorbildcharakter für Hessen haben könnten?
Nach den Sommerferien sollen Niedersachsens Schulen in einen geregelten Alltag finden. Kultusminister Tonne will Lerndruck rausnehmen und Unterstützungsangebote schaffen – und setzt vor allem auf Präsenzunterricht.  Vielen reichen seine Pläne aber nicht aus. Zumal er in puncto Gesundheitsschutz vor allem auf ein Mittel baut, das Schulschließungen im laufenden Schuljahr nicht verhindert hat: offene Fenster:
Daher kommt auch Kritik vom dortigen VNL/VDR an den Plänen und Forderungen nach einem worst-case-Szenario:
Mit dem Ferienbeginn in Berlin geht ein Schuljahr zu Ende, das für viele noch anstrengender gewesen ist als üblicherweise. Die Hoffnung ist, dass es danach mit etwas mehr Normalität weitergeht. Sicher ist das nicht:
Die Pläne von Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), die Testpflicht an Schulen abzuschaffen, sind im Thüringer Landtag weitgehend auf Ablehnung gestoßen:
Zurzeit entspannt die Corona-Lage sich immer weiter. Deshalb werden auch an den Schulen Einschränkungen zurückgenommen. Sachsenstreicht sogar für Grundschüler einen von zwei wöchentlichen Corona-Tests:
Die Inzidenzzahlen in Nordrhein-Westfalen sind einstellig, dennoch macht sich Sorge vor einer vierten Corona-Welle nach den Sommerferien breit. Schon jetzt wird davor gewarnt, die Kinder erneut ins Homeschooling zu schicken. Die SPD im Land fordert von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), dies durch Schutzmaßnahmen wie Luftfilter zu verhindern:
Die saarländische Landesregierung lockert angesichts gesunkener Corona-Zahlen ab diesem Freitag einige Regeln im Schulbereich. So werden etwa Elternabende, Informations- und Abschlussveranstaltungen in Präsenz, Schulfeste, Fahrten sowie Praktika unter Auflagen wieder möglich:
Vor dem Hintergrund der Ausbreitung gefährlicher Virus-Varianten hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor neuen Einschränkungen im Kampf gegen Corona gewarnt – und ausdrücklich die Maskenpflicht im Unterricht genannt, die erst vor wenigen Tagen im Land gestrichen worden war:
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet rechnet im Herbst mit wieder steigenden Corona-Zahlen, will aber die Schulen nach den Sommerferien offenlassen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat dazu ein entsprechendes Positionspapier entwickelt. Darin wird behauptet, es sei mittlerweile vielfach belegt, „dass in Schulen mit konsequent angewandtem Hygiene- und Schutzkonzept bisher kaum Infektionen stattfinden“:
Bildungssprache Deutsch
Heute hat das HKM seinen Planungen im Hinblick auf eine Stärkung der Bildungssprache Deutsch im Schulunterricht vorgestellt. Die entsprechende Pressemitteilung habe ich angehängt. Interessant sind vor allem die Punkte 4 und 5 auf Seite 2.
Der hphv begrüßt dieses Vorhaben mit einer eigenen Pressemitteilung (s. Anhang) sehr.
Auch news4teachers berichtet über die Pläne von Minister Lorz:
Luftfilter
Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante fordern die Kommunen mehr finanzielle Unterstützung, um die Schulen auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorzubereiten. «Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine weitere Ertüchtigung der Schulen, um einen möglichen weiteren Schul-Lockdown im Herbst zu vermeiden», sagte der Städtebund-Geschäftsführer Gerd Landsberg der «Augsburger Allgemeinen. Das vorvergangene Woche auf Kitas und Schulen ausgeweitete Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für Lüftungsanlagen wird nach seinen Aussagen nichts nützen:
In der Diskussion um eine Maskenpflicht in den Klassenzimmern schlägt der Bayerische Elternverband angesichts sommerlicher Hitze mehr Unterricht im Freien vor. Darüber hinaus sollen Luftfilter und Plexiglas-Trennwände für Gesundheitsschutz in den Klassenräumen sorgen:
Wissenschaft
Die Leopoldina fordert ebenfalls nach den Sommerferien Präsenzunterricht an den Schulen, worüber die FAZ von gestern berichtet (s. Anhang).
Der Bildunsgforscher Michael Kerres macht sich ebenfalls Gedanken, wie es an den Schulen nach den Sommerferien weitergehen könnte:
Digitalisierung
Der Streit um Microsoft und Co. für Schulen – der unlängst in der Ankündigung des hessischen Datenschutzbeauftragten gipfelte, seine Duldung von Videokonferenzsystemen wie Teams auslaufen zu lassen – sorgt für hitzige Diskussionen unter Lehrerinnen und Lehrern:
Aus Sicht der niedersächsischen Kommunen wird die Ausstattung der Lehrer an Schulen mit Dienst-Tablets und -Laptops noch einige Zeit dauern. «Aus den Erfahrungen des Sofortausstattungsprogramms für Schülerinnen und Schüler wissen wir um die weltweit hohe Nachfrage, um die langen Lieferzeiten für die begehrten Geräte und um die gestiegenen Preise», sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning:
Rechtsprechung
Und noch einmal Niedersachsen: Trotz Abflauens der Corona-Pandemie ist die Masken- und Testpflicht in Niedersachsens Schulen nach Entscheid des Verwaltungsgerichts Hannover weiter gerechtfertigt. Nach wie vor müsse ein Wiederansteigen der Infektionszahlen unter Schülern entgegengewirkt werden, um die Funktionsfähigkeit der Schulen sicherzustellen, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Mit seinem Entscheid wies es Eilanträge zweier Schüler gegen die Masken- und Testpflicht zurück, die diese aus gesundheitlichen Gründen für unzumutbar hielten (AZ: 6 B 4210/21 und 6 B 3723/21):
Länder
Die Bildungswelten der FAZ von heute, die ich angehängt habe, enthalten mehere kleinere Berichte über das aktuelle Schulgeschehen in den Ländern.
Ich wünsche Ihnen und Euch ein schönes und erholsames Wochenende.
Mit den besten Grüßen,
Boris Krüger